Théodossiois-Marie de la Croix

Grundlegende Punkte eines Hinweises

Wenn der Empfang des Sakraments der Eucharistie nicht absolut notwendig ist, so heißt das nicht, dass das Heil unabhängig von der Gegenwart des Geheimnisses der Eucharistie auf Erden möglich ist. Die sakramentale Gegenwart des Leibes Christi unter den Menschen erscheint wie die größere Notwendigkeit in der Heilsordnung, so wie diese sich inmitten der Menschheitsgeschichte offenbart hat.

Wenn der Wunsch und die Absicht genügen können, so deshalb, weil das Sakrament, die Transsubstantiation, das Opfer und die Opfergabe wirklich real sind, und sie eine universale Rückwirkung haben, weil sie auf das Mysterium des Abendmahles und des Kreuzes hingeordnet sind. Deshalb kann nicht die große Zahl derer, die der Wirklichkeit der sakramentalen Kirche fremd bleiben, als Kriterium dafür dienen, den Ursprung , das Wesen und die Bedeutung des Sakramentes zu meditieren und zu untersuchen.

Ganz im Gegenteil: wir müssen immer in Beziehung zum Geheimnis des Ursprungs sowohl des göttlichen Seins als auch der universalen Bedeutung des Sakraments der Eucharistie in Furcht und Zittern unser eigenes Los betrachten und mit grenzenlosem Mitleid und Brüderlichkeit das Los der so großen Zahl.

Letzte Predigt // Gründonnerstag 1989

Bevor Er sich dem Kreuz überlieferte, hat Christus der Menschheit ein dreifaches Erbe hinterlassen:
1. Er hat Sich selbst, alles was Er ist, Mensch, Gott, Priester und König, ausgeliefert.
2. Er hat die Kirche mit ihren Sakramenten gestiftet, die Kirche Christi.
3. Er hat sein Beispiel an äusserster Demut und Liebe hinterlassen: Dem Verräter wusch Er die Füße. In dieser Nacht hat Er Judas die Füße gewaschen. Und aus sehr sicheren Offenbarungen wissen wir, dass Er in dem Versuch, ihn zu einer Sinnesänderung zu bringen, um seine Seele zu retten; ihm die Kniee umfasste; aber Judas hat nicht gehört, er hat auf seiner Entscheidung bestanden.

Durch das große Geschenk des Priestertums, das die Möglichkeit ist, das Werk Christi fortzusetzen, hat Er sich selbst bei den Menschen zurückgelassen, und indem Er die heilige Eucharistie einsetzte, hat Er die Möglichkeit gegeben, Ihn wieder darzustellen und Seine Gegenwart immer in der Mitte zu haben. Deshalb ist es heute das besondere Fest der Priester, all derer, die durch das Geheimnis ihres Dienstes dazu bestimmt sind, auf dem Altar das ganze Leben Chrisi , nicht nur seine Geburt, sondern auch sein Kreuz und sein Opfer, alles, was Er war und alles, was Er ist, gegenwärtig zu setzen.

Er ist geheimnisvoll geboren, gezeugt vom ewigen Gott, dem Vater. Er hat sein Opfer für die ganze Menschheit dargebracht, und dieses Opfer hat Ihm nicht seine Existenz nehmen können. Durch das Priestertum hat Christus durch die Kirche hindurch der Menschheit sein ganzes Sein vermacht. Darum enthält die Eucharistie seine ganze Wirklichkeit. Das heißt, sie enthält die geheimnisvolle Geburt, sein Leben des Leidens und der Liebe, sein Opfer, das für die Erlösung der Welt dargebracht worden ist.

Jeder, der sich dem allerheiligsten Sakrament der Eucharistie nähert, muß sich bewußt sein, dass er am höchsten Opfer Christi teilnimmt, der sein ganzes Sein für die Erlösung der Welt, für unsere Seelen, dargebracht hat. Das Fest der Geburt erinnert uns daran, dass für die gefallene Menschheit eine neue Geburt, eine neue Existenz auf Erden notwendig war, damit das Menschengeschlecht aufwachen und gerettet werden konnte.

Ostern ist das Fest unseres Heiles, die Auferstehung Christi. Der Auszug des Volkes Israel aus Ägypten bedeutet auch den Auszug des Menschen, sein Hinausgehen aus der Sünde. Mit dem ganzen Volk Israel müssen wir aus unserem Zustand der Sünder hinausgehen, aus unserem Zustand von unvollkommenen Wesen, um in das ewige Jerusalem einzutreten, das heißt in die Stadt der Wahrheit, der Liebe und des Lebens. In diese ewige Stadt der Wahrheit, der Liebe und des Lebens lässt uns die Auferstehung Christi, der auferstandene Christus, eintreten.

Ich weiss nicht, ob wir die Zeit haben werden, diese großen Themen in den folgenden Tagen zu behandeln, aber wenn wir es nicht können, wird Gott das Geheimnis in unseren Seelen nach dem Maß unserer Sehnsucht und unseres Gebetes vollenden. Dies ist das Ziel aller Kirchenfeste: die Sehnsucht in uns zu entfachen, gerettet zu werden, teilzunehmen am ewigen Königreich, das von Christus, dem wahrhaft einzigen Sohn des ewigen Vaters versprochen worden ist.

(Aus dem Buch: "Reste avec nous Seigneur" - Recueil d'homelies et d'enseignements sur le Saint Sacrement et le Saint Sacrifice)