Heilige Katharina von Siena

Fest am 29. April

Katharina wurde am 25. März 1347 als 25. Kind des Färbermeisters Jakob Benincasa und seiner Frau Lapa in Siena geboren. Schon früh hatte sie viele Visionen und empfing besondere Gnadenerweise. Ihre Jugend verbrachte sie im Haus ihrer Eltern in Gebet und strengem Fasten. 1354 gelobte sie vor Gott die Jungfräulichkeit. Sie fand Aufnahme bei den Terziarinnen von Siena und erhielt das Gewand des Dritten Ordens von der Buße des hl. Dominikus. Während der folgenden Jahre ihres verborgenen Lebens der Buße und des Gebetes reifte sie zu einer großen Persönlichkeit heran. Es war die Vorbereitungszeit auf ihre einzigartige  Sendung für die Kirche. Der Kontemplation hingegeben, war sie bemüht, Gott in sich zu erkennen und sich in Gott.

1370 erhielt sie in einer Vision von Christus den Auftrag, den Weg des Apostolates zu gehen. Ausgestattet mit den Gaben des Heiligen Geistes und seinen Eingebungen folgend, verband sie die Kontemplation "in der Zelle ihres Herzens" mit äußerlicher Aktivität. Im Jahr 1347 brach in Siena die Pest aus. Unermüdlich und in heroischer Selbstüberwindung pflegte sie die Kranken und eilte den Sterbenden zu Hilfe. Von Liebe zum Gekreuzigten entflammt, wollte sie ihm gleichgestaltet werden. 1375 empfing sie die heiligen Wundmale. Der Ruf ihres heiligen Lebens drang über die Grenzen ihrer Heimat hinaus. Die Menschen suchten bei ihr Rat und Hilfe. Sie vermittelte in den Kämpfen zwischen den Städten und Fürsten Italiens. Unzählige Briefe schrieb und diktierte sie, um den Frieden wieder herzustellen. Die Priester erinnerte sie an ihre Pflichten. Unaufhörlich mahnte sie zur Reform der Kirche und rief die Christen aller Stände zur Umkehr auf. Um den Papst zur Rückkehr aus dem Exil nach Rom zu bewegen, reiste sie eigens nach Avignon. Ihrem Einfluss und der Macht ihrer Heiligkeit ist es zu verdanken, dass sich Papst Gregor XI entschloss, 1377 nach Rom zurückzukehren. Nach dem Tod des Papstes brach das Große Abendländische Schisma aus.

Katharina opferte ihr Leben, um die Einheit der Kirche und den Frieden zu erhalten. "Ihre Lehre ist unerreicht. Sie ist eher als Lehrerin anzusehen, denn als Schülerin" (Bulle zur Heiligsprechung). Katharina hinterließ theologisch tiefsinnige Schriften und Briefe über das geistliche Leben, unter denen der "Dialog" (1378) hervorragt. Ihre zahlreichen Anhänger nannten sie "Mutter", was auch heute noch für die ganze Dominikanische Familie gilt. Nach schwerem Leiden starb sie am 29. April 1380. Papst Pius II sprach sie 1461 heilig. Ihr Leib ruht unter dem Hochaltar der Dominikanerkirche S. Maria sopra Minerva in Rom. Im Jahr 1970 erklärte Papst Paul VI zur Kirchenlehrerin.

Gebet: "Allmächtiger, ewiger Gott, du hast der heiligen Katharina von Siena das Leiden Christi und die Wunden seiner Kirche vor Augen gestellt. Im Dienst an der Kirche wurde ihre Liebe zu einem lodernden Feuer. Mache auch uns, die wir zu Christus gehören, bereit, die Leiden seiner Kirche mitzutragen, damit einst seine Herrlichkeit an uns offenbar wird. Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn. Amen."