Heiliger Thomas von Aquin

Fest am 28. Januar

Seit der Liturgiereform des letzten Konzils wird das Fest des hl. Thomas am 28. Januar gefeiert. An diesem Tag wurden 1369 seine Gebeine in die Kirche "Les Jocobins" in Toulouse übertragen. Von dort kamen sie während der Französischen Revolution in die Kirche St. Sernin. Seit 1974 sind sie wieder an ihrem ursprünglichen Ort in der Dominikanerkirche. Thomas wurde um 1225 auf der Burg Roccasecca in der Nähe der Stadt Aquino geboren. Als er fünf Jahre alt war, übergaben ihn seine Eltern den Benediktinern von Montecassino zur Erziehung. Vierzehnjährig schickten sie ihn zum Studium nach Neapel. Dort lernte er den Orden des hl. Dominikus kennen. Trotz heftigen Widerstandes seiner Familie entschied sich Thomas 1244, in den Orden der Prediger einzutreten. In Köln war Thomas Schüler des hl. Albertus Magnus, der seine außergewöhnliche Begabung erkannte. Auf dessen Veranlassung wurde er 1252 mit kaum 27 Jahren für den Magisterstuhl an der Universität Paris präsentiert.

Thomas war vor allem ein Sohn des hl. Dominikus und lebte streng nach den Satzungen des Ordens. Die Aufgabe des Predigerordens, der Dienst am Wort Gottes in freiwilliger Armut, bestand für ihn in der täglichen theologischen Arbeit: eifrig die Wahrheit zu suchen, sie zu betrachten und das Erkannte mitzuteilen. Er stellte alle seine Kräfte in den Dienst an der Wahrheit. Thomas formulierte die Idee des Ordens so: contemplari et contemplata aliis tradere – in der Kontemplation leben und anderen die Früchte der Kontemplation weitergeben. Demütig trat er als ein ausgezeichneter Lehrer des Glaubens und begnadeter Verkünder des Evangeliums hervor.

Seine große Gelehrsamkeit fand ihren Niederschlag in der Vielzahl seiner philosophischen und theologischen Werke, besonders in seiner Theologischen Summe. Groß wie die Geisteskraft war auch seine Frömmigkeit. Zeugnis davon geben die von ihm verfaßten liturgischen Texte über das Leiden des Erlösers und das Geheimnis der Eucharistie, wie auch die tiefe Verehrung für die Mutter des Herrn. Auf der Reise zum Konzil von Lyon starb Thomas am 7. März 1274 im Zisterzienserkloster von Fossanova. Papst Johannes XXII sprach ihn 1323 heilig, Papst Pius V erhob ihn 1567 zum Kirchenlehrer, Papst Leo XIII ernannte ihn am 4. August 1880 zum Patron aller katholischen Universitäten und Schulen.

Gebet: "Gott, du Quell der Weisheit, du hast dem heiligen Thomas von Aquin ein leidenschaftliches Verlangen geschenkt, nach Heiligkeit zu streben und deine Wahrheit zu erfassen. Hilf uns verstehen, was er gelehrt, und nachahmen, was er uns vorgelebt hat. Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn."