Seliger Heinrich Seuse

Gedenktag am 23. Januar

Neben Meister Eckhart und Johannes Tauler gehört Heinrich Seuse zur berühmten Schule der "Deutschen Mystik" des 14. Jahrhunderts. Heinrich wurde Ende des 13. Jahrhunderts bei Konstanz geboren. Sein adeliger Vater war wenig religiös, die Mutter entstammte der Familie der Seuse, deren Namen Heinrich annahm. Kaum dreizehnjährig trat Heinrich in Konstanz in den Orden des hl. Dominikus ein. Als Achtzehnjähriger erlebte er in einer Art Vision seine "geswinde ker", seine Bekehrung. Danach führte Heinrich ein strenges, asketisches Leben. Aus dem Schlüsselerlebnis seiner Bekehrung entfaltete er seine Mystik der "Ewigen Weisheit", die er später in seinem vielgelesenen Buch "Büchlein von der Ewigen Weisheit" niederschrieb. In dieser Mystik sucht er die völlige Entäußerung von den sichtbaren Dingen und die Vereinigung mit Gott durch die Kontemplation der Leiden und Vollkommenheiten Christi. Etwa von 1322 bis 1326 studierte er am Generalstudium der Dominikaner in Köln und war dort Schüler Meister Eckarts. Er wurde ein bekannter und beliebter Prediger und Beichtvater. Vor allem war er aber Seelsorger in vielen oberrheinischen Schwesternklöstern. Alle Leiden und Verleumdungen, die er besonders in den letzten Jahren seines Lebens erdulden mußte, ertrug er in großer Demut und Geduld. Seuse starb am 25. Januar 1366 in Ulm. Papst Gregor XVI bestätigte 1831 sein Verehrung. In den Wirren der Reformationszeit wurde sein Grab zerstört.

Gebet: "Gott, du Quell der Weisheit, du hast den seligen Heinrich Seuse in deine Nähe gerufen und ihn zu einem Leben der Buße ermutigt. Lass auch uns in der Nachfolge deines gekreuzigten Sohnes den Trost deiner Gegenwart erfahren. Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn."