Aktuelles

30. Oktober 2020

Liebe Schwestern und Brüder in der Gemeinde Sankt Paulus, liebe Besucher und Besucherinnen unserer Kirche!

Der Monat November lässt uns unserer Vergänglichkeit gedenken, in diesen „turbulenten“ Zeiten vielleicht intensiver mehr als zuvor. Der Mensch stirbt, alles geht weiter, alles ist so, als wäre nichts geschehen. Wie schnell wird doch ein Mensch, der lebte und starb, vergessen? Das wusste schon der Schreiber des Buches Kohelet, wenn er sagt: „Nichtigkeit, nur Nichtigkeit! Alles ist Nichtigkeit! Was bleibt dem Menschen von all seiner Mühe, womit er sich abmüht unter der Sonne. Kein Gedenken bleibt den Früheren, aber auch den Späteren, die kommen, wird kein Gedenken bleiben bei denen, die noch später sind“ (Koh 1,2f. 11)

Dazu eine wahre Begebenheit: Hugo von Hofmannsthal ((1874-1929) gehörte als bedeutender Dichter zu den großen Persönlichkeiten seiner Zeit. Er schrieb nicht nur Gedichte von eindrücklicher Sprachkraft, verfasste Texte zu großen Opern und erneuerte das Spiel vom „Jedermann“, was ihm Weltruhm eintrug. Als von Hofmannsthal einmal im Wiener Volksgarten spazieren ging, traf er auf den Schriftstellerkollegen Egon Friedell. Beide wanderten in lebhafter Konversation eine Zeitlang nebeneinander her. Plötzlich blieb Friedell an einer Baumgruppe stehen und sagte zu seinem Begleiter: „Hier, an dieser Stelle, wird in zwanzig oder fünfzig Jahren einmal Ihr Denkmal stehen.“ Hofmannsthal war natürlich geschmeichelt und wehrte lächelnd ab. Aber Friedell beharrte auf seiner Aussage: „Ganz gewiss wird hier Ihr Denkmal stehen. Und die Leute werden daran vorübergehen, stehen bleiben und einander fragen: Hofmannsthal? Hofmannsthal? Wer war denn bloß dieser Kerl?“

Menschlich ist die Furcht davor, vergessen zu werden. Entscheidend ist ja nicht, was wir selbst aus unserem alltäglichen Leben vergessen, oder ob wir von anderen vergessen werden, oder uns selbst nicht vergessen, uns selbst – dieses einmalige Wesen von unendlichem Wert, das sich selbst anvertraut ist. Entscheidend ist, dass wir bei Gott nicht vergessen sind. Wir bekennen uns doch dazu, dass jeder von uns ein Gedanke Gottes ist. Wie sollte sich Gott seines eigenen Gedankens nicht mehr erinnern können? Dazu sagt der Prophet Jesaja: „Vergisst wohl eine Frau das Kind, das sie nährt? Hört sie auf, den Spross ihres Schoßes zu lieben? Und selbst wenn sie es vergessen würde – ich vergesse dich nicht, spricht der Herr“ (Jes 49,15)

Wir sind Teil der Erinnerung Gottes, und als solche gedenken wir derer, die es mit uns sind und waren. Daher begehen wir in diesem Monat den Allerseelentag für unsere Verstorbenen, darum feiern wir die großen Feste wie Allerheiligen und Christkönig, und die Seligen und Heiligen wie Bernhard Lichtenberg, Martin von Tours, Albertus Magnus, Gertrud von Helfta, Elisabeth von Thüringen, Mechthild von Hackeborn, Cäcilia, Katharina von Alexandria, den Apostel Andreas. Und wir dürfen in glaubender Gewissheit annehmen, dass all diese auch uns nicht vergessen.

Der November lässt uns unserer irdischen Vergänglichkeit gedenken, aber vor allem, dass wir alle einen ewigen Platz „in sinu Patris – im Herzen des Vaters“ haben.

Ihnen und allen, denen Sie im Leben und über den Tod hinaus verbunden sind, meine Segenswünsche!

P. Michael +


Eine Übersicht über die Gräbersegnungen im Dekanat Berlin Mitte entnehmen Sie bitte den Aushängen in der Kirche bzw. im Schaukasten.

Unser Wärmecafé wird zum ersten Advent wieder seine Aktivitäten aufnehmen. Es werden noch Helfer und Helferinnen gesucht. Sollten Sie sich engagieren wollen, so wenden Sie sich bitte an das Pfarrbüro! Vielen Dank!


Vorankündigung zum Weihnachtsfest in Sankt Paulus:

In den vergangenen Jahren besuchten an den Weihnachtstagen sehr viele Menschen die Gottesdienste in Sankt Paulus, gerade auch am Heiligen Abend. Nun sind uns, wie bekannt, durch die Pandemie entsprechende Einschränkungen im Hinblick auf die Zahl der Gottesdiensteilnehmer auferlegt. Da wir niemanden an der Kirchentür abweisen wollen, sind die Festlegungen für die Feiertage getroffen worden, die Sie nachstehend finden. Auch sei auf die Gottesdienste in den anderen Kirchen unserer Pfarrei (St. Ansgar, St. Aloysius, St. Joseph, St. Sebastian und St. Petrus), in denen Christmetten stattfinden werden, hingewiesen. Bitte beachten Sie dabei, dass in diesen Kirchen eine vorherige Anmeldung erforderlich ist. Vielen Dank für die Mühe!

Heiliger Abend 24. Dezember 2020

Die Kirche ist von 15 Uhr bis 22.30 Uhr durchgehend geöffnet. Zu jeder vollen Stunde (15 Uhr, 16 Uhr, 17 Uhr etc. und 22 Uhr) wird eine kurze Krippenandacht mit Segen gefeiert werden. Anders als in den Vorjahren üblich wird es keinen Kindergottesdienst (!) am Nachmittag und auch keine Christmette (!) in der Nacht geben.

Erster Weihnachtstag 25. Dezember 2020

Die Messen sind wie an Sonntagen (8.30 Uhr, 10.30 Uhr, 18.30 Uhr). Für die Teilnahme ist eine vorherige Anmeldung über das Pfarrbüro erforderlich.

Zweiter Weihnachtstag 26. Dezember 2020

Die Messen sind wie an Sonntagen (8.30 Uhr, 10.30 Uhr, 18.30 Uhr). Für die Teilnahme ist eine vorherige Anmeldung über das Pfarrbüro erforderlich.


30. September 2020

Liebe Gemeindeglieder von Sankt Paulus, liebe Besucher unserer Kirche!

Sorgen, so könnte man glauben, gehörten wie Essen und Trinken zum Leben hinzu – und das nicht nur in sog. „Corona-Zeiten“. Der HERR dachte anders. „Macht euch keine Sorgen!“ (Mt 6,31). Damit wollte ER keinen zu einer gedankenlosen und leichtsinnigen Lebensführung ermutigen. Vielmehr möchte ER uns sagen, dass wir uns vor lauter Sorgen und Angst nicht die Freude am Leben nehmen lassen sollten. Kluge Vorsorge muss mit heiterer Gelassenheit und Vertrauen verbunden sein.

Nehmen wir zwei seiner Gedanken auf. ER weist uns beispielsweise auf die Vögel hin. Damit will ER nicht sagen, dass die Vögel nicht arbeiten; niemand müht sich emsiger um seinen Lebensunterhalt als die Spatzen. Doch sie tun es ohne Kummer, beabsichtigen nicht, sich abzusichern. Oder die Blumen auf dem Feld. Bei diesen handelt es sich um den scharlachroten Mohn und die Anemonen, die in Palästina nur einen einzigen Tag lang blühten und trotz dieser kurzen Lebensdauer von einer solchen Pracht waren, dass jedes königliche Gewand davor verblasste. Waren sie verwelkt, dann benutzte man sie als Heizstoff. Wenn Gott einer Blume von so kurzer Lebensdauer solche Schönheit verleiht, um wie viel mehr wird er sich dann um den Menschen kümmern.

Jesus macht uns damit klar, dass Sorgen ihrem Wesen nach Misstrauen gegen Gott sind. ER ist davon überzeugt, dass die Sorgen sich beherrschen lassen, wenn wir im Heute Gottes leben. Denn das ist das Eigentümliche eines sorgenvollen Menschen: Der Schwerpunkt seines Lebens liegt im Morgen.

Paulo Coehlo hat eine kleine Erzählung verfasst, die den Titel „Das Ende der Angst“ trägt. Darin geht es um zwei Rabbiner, die nichts unversucht lassen, um den Juden im Nazi-Deutschland geistlichen Beistand zu leisten. Zwei Jahre leben sie in ständiger Angst, erwischt zu werden, doch es gelingt ihnen immer wieder, ihren Verfolgern zu entkommen. Dann werden sie doch gefangen genommen. Der erste Rabbiner betet in einem fort, aus Angst vor dem, was ihn erwartet. Der zweite schläft den ganzen Tag. „Warum schläfst du?“, fragt der ängstliche Gottesmann. „Um bei Kräften zu bleiben. Ich weiß, dass ich sie noch brauchen werde“, so der andere. „Aber hast du keine Angst? Wer weiß, was sie mit uns machen werden.“ „Ich hatte Angst bis zu dem Augenblick, in dem wir gefangengenommen wurden. Die Zeit der Angst ist zu Ende; aber heute beginnt die Zeit der Hoffnung.“

Diese Hoffnung hat ihren Grund in dem Wort: „Werft alle eure Sorgen auf IHN, denn ER sorgt für euch!“ (1 Petr 5,7)

Eine Frau, derer wir in diesem Monat Oktober gedenken, hat dieses Schriftwort in besonderer Weise gelebt, uns zum Vorbild: die heilige Sr. Theresia Benedicta a Cruce OCD, Edith Stein. Sie lebte in der Tat so unbekümmert wie die Vögel des Himmels und die Lilien auf dem Feld. Das offenbart uns ihr letztes Wort am Ende eines Briefes, den sie in Westerbork am Vorabend ihrer Deportation nach Auschwitz an ihre Mitschwestern im Karmel von Echt geschrieben hat. Während ein Großteil der Gefangenen voller Verzweiflung war, schilderte Edith Stein ihren Mitschwestern ihren inneren Zustand mit den Worten: „Konnte herrlich beten!“

Daher stammt also unsere Freude: dass wir uns der Allmacht Gottes bewusst werden, die unsere Sorgen trägt, und dass wir den Glauben wagen, dass Gott auch morgen für uns sorgen wird. Machen wir es so, dann wird für uns jegliche Gefahr erträglich, weil wir – von SEINER Hand getragen – „noch heute mit IHM im Paradies sein werden“.

Mit den besten Grüßen und Segenswünschen

P. Michael +


Dominikanische Glaubensschule 2020/21

Die Dominikanische Glaubensschule will erwachsenen Taufbewerbern die Möglichkeit geben, den Glauben für sich zu entdecken und bewusst zu leben. Aber auch Erwachsene, die sich auf die Firmung vorbereiten wollen oder andere, die ihren Glauben vertiefen wollen, sind herzlich zu diesem Kurs eingeladen!

Anmeldung an der Klosterpforte, per Mail oder Telefon bitte bis zum 24.09.2020

Ort: Dominikanerkirche St. Paulus
Zeit: Hl. Messe: 10.30 Uhr
anschließend (12.00-13.00h in der Kirche) Kurseinheiten zum Thema:

27.09.2020 Einführung
04.10.2020 Biblische Grundlagen des Glaubens
01.11.2020 Frühe Kirche und Konstantinische Wende
22.11.2020 Kirche im Mittelalter/Anfänge der Reformation
29.11.2020 Reformation und Kirche in der Neuzeit
13.12.2020 Liturgie des Kirchenjahres
10.01.2021 Die Feier der Hl. Messe
07.02.2021 Aspekte der Dogmatik
28.02.2021 Grundlagen der Moraltheologie und Sozialethik
14.03.2021 Die Initiationssakramente
28.03.2021 Ausdrucksformen der Frömmigkeit

Taufe in der Osternacht: 04.04.2021 um 22 Uhr

 


RBB-Beitrag über Osternacht im Dominikanerkloster

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