Aktuelles

30. August 2020

Liebe Gemeindeglieder von Sankt Paulus, liebe Besucher unserer Kirche!

Vermehrt wurde in den letzten Wochen die Frage gestellt: „Wann wird dann alles endlich wieder normal?“ Mit „normal“ ist dabei natürlich den Zustand gemeint, den wir vor den pandemiebedingten Veränderungen im letzten März in unserer Gemeinde hatten. Schaut man auf die teils turbulenten und irritierenden Entwicklungen der vergangenen Monate, dann lässt sich wohl nach derzeitigem Wissensstand sagen, dass es eine „Normalität“, wie wir sie gewohnt waren, sicherlich nicht geben wird.
Ein Blick in die Geschichte lehrt uns, dass solche Herausforderungen durch Seuchen aller Art keine Seltenheit sind. Bei aller Unähnlichkeit mag als Beispiel die Große Pest im 14. Jahrhundert dienen, die die Krisen im politischen, gesellschaftlichen, ökonomischen und auch kirchlichen Bereich noch verstärkte. Wie reagierten die Glaubenden damals?
Generell kann man dies sicherlich nicht einfach beantworten. Aber es gibt Vorbilder. Ein solches ist die hl. Caterina von Siena.
Skizzenhaft kann man sagen: Diese junge Frau tat dreierlei. Zum einen engagierte sie sich in der Pflege der Erkrankten, persönlich und mit einem Kreis von Helfern und Helferinnen, stellte das Gemeinwohl über das eigene Wohlbefinden. Weiterhin redete sie den Menschen ihrer Zeit, ob nun Päpsten, Königen, Fürsten oder dem „gemeinen Mann“, ins Gewissen und erinnerte sie an die gemeinsame Verantwortung für den Frieden in der Gesellschaft und der Kirche. Ihr wichtigstes Anliegen war aber die Aufforderung an alle, sich wieder zu Gott hinzukehren, in der Betrachtung der Heiligen Schrift, der Feier der Sakramente und im persönlichen Gebet.
Vielleicht lassen sich die Weisungen der Heiligen aus Siena aus der Zeit der Großen Pest auch auf unsere Situation übertragen…
Seit einigen Wochen ist es uns wieder möglich, gemeinsam Gottesdienste zu feiern. Einschränkungen sind uns dabei auferlegt, es gibt besondere Verhaltensregeln auf dem Kirchvorplatz und in der Kirche, ein gemeinsames Singen als Ausdruck unseres Lobes auf DEN, der uns gerufen hat, ist noch nicht möglich. Aber wir dürfen dankbar sein, dass wir es in der derzeitigen Form tun können.
Nun haben wir ein Hygienekonzept für die ganze Pfarrei St. Elisabeth entwickelt, so wie es von der Diözesanleitung von allen Pfarreien gefordert ist. Nach entsprechender Begutachtung durch die Gremien und Gruppen wird dieses Konzept Ende September in Kraft gesetzt werden. Damit wird es auch den Gruppen ab Oktober wieder möglich sein, für Treffen und Veranstaltungen die Räumlichkeiten der Pfarrei nach Maßgabe und im Rahmen der Verordnung zu nutzen. Mit allen Gruppenverantwortlichen hat dazu bereits ein Informationstreffen stattgefunden, weitere Treffen werden folgen.
Alle Maßnahmen, die wir ergreifen, kommen der Gesundheit aller zugute und sollen es uns ermöglichen, das Leben der Gemeinde wieder (neu) zu entfalten.
Für diesen Weg, der natürlich auch ein gewisses Wagnis darstellt, erbitte ich von jedem Einzelnen Aufmerksamkeit, Umsicht und Geduld.
Als Inspiration dazu einige Zeilen aus einem Gebet der hl. Caterina von Siena:
„O Wort, ewiger Sohn Gottes! Du schenkst der Seele, die mit Dir bekleidet ist, solche Kraft, dass sie in keinem Fall, weder in Bedrängnis noch im Leiden, unterliegt, sondern in allen Kämpfen den Sieg erringt. Stark ist sie, solange sie Dir, der Du aus der höchsten Kraft hervorgegangen bist, folgt“ (Gebet 16, Rom, 1. März 1379).

Mit den besten Grüßen und Segenswünschen

P. Michael

 


Dominikanische Glaubensschule 2020/21

Die Dominikanische Glaubensschule will erwachsenen Taufbewerbern die Möglichkeit geben, den Glauben für sich zu entdecken und bewusst zu leben. Aber auch Erwachsene, die sich auf die Firmung vorbereiten wollen oder andere, die ihren Glauben vertiefen wollen, sind herzlich zu diesem Kurs eingeladen!

Anmeldung an der Klosterpforte, per Mail oder Telefon bitte bis zum 24.09.2020

Ort: Dominikanerkirche St. Paulus
Zeit: Hl. Messe: 10.30 Uhr
anschließend (12.00-13.00h in der Kirche) Kurseinheiten zum Thema:

27.09.2020 Einführung
04.10.2020 Biblische Grundlagen des Glaubens
01.11.2020 Frühe Kirche und Konstantinische Wende
22.11.2020 Kirche im Mittelalter/Anfänge der Reformation
29.11.2020 Reformation und Kirche in der Neuzeit
13.12.2020 Liturgie des Kirchenjahres
10.01.2021 Die Feier der Hl. Messe
07.02.2021 Aspekte der Dogmatik
28.02.2021 Grundlagen der Moraltheologie und Sozialethik
14.03.2021 Die Initiationssakramente
28.03.2021 Ausdrucksformen der Frömmigkeit

Taufe in der Osternacht: 04.04.2021 um 22 Uhr

 


4. Juli 2020

Liebe Schwestern und Brüder in der Gemeinde Sankt Paulus,
liebe Besucherinnen und Besucher unserer Kirche!

Sommer- und damit Ferienzeit im Kontext der Pandemiekrise! Für diese Wochen bietet das Evangelium des ersten Sonntags im Juli ein wichtiges Wort des Herrn für uns: „Kommt alle zu mir, die ihr mühselig und beladen seid! Ich will euch erquicken… denn ich bin gütig und von Herzen demütig, und ihr werdet Ruhe finden für eure Seele.“ (Mt 11,28-29)

Ruhe für die Seele – eine Verheißung Jesu, die wunderbar klingt und doch zumeist leichter gesagt als erreicht wird. Dies hat zur Voraussetzung, dass wir erst einmal äußerlich zur Ruhe kommen.

Dabei mag ein Wort hilfreich sein, das aus unserem Sprachgebrauch fast verschwunden ist: Muße. Das meint die Zeit, die ein Mensch nach eigenem Wunsch nutzen kann. Es ist nicht gleich Freizeit, denn viele unserer Aktivitäten sind doch oft von Fremdinteressen bestimmt, nicht von uns allein. Das lateinische Wort für Muße lautet „otium“, sein Gegenteil heißt „negotium“, was so viel bedeutet wie Geschäftigkeit, Anstrengung, Fleiß, Handel.

Muße bedeutet also, Abstand zu der alltäglichen Mühe zu gewinnen. Neben allen Verpflichtungen und Terminen, denen wir zu obliegen haben, bedarf es eines „Termins mit sich selbst“. Dabei spielt Zeit keine Rolle; Zeiten der Muße folgen keinem Plan und auch keinem inneren Streben.

Für den gläubigen Menschen eröffnet ein Moment der Muße einen Raum für eine tiefe und aufrichtige Begegnung mit Gott. Mein Gott und meine Seele – sonst niemand und nichts! Keine Impulse, von wem auch immer, sondern ein einfaches Da-Sei vor IHM.

Eine solche Grundgestimmtheit wünsche ich Ihnen allen für die kommenden Wochen (und darüber hinaus), um die Einladung des Herrn zu vernehmen, ihr zu folgen und Ruhe zu finden für unsere Seele.

P. Michael


RBB-Beitrag über Osternacht im Dominikanerkloster

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